Der Genossenschaftsblog: Eine Kooperation der GuGe eG und der GenoHeld eG

Genossenschaft: Heute schon gefördert?

Eine Genossenschaft kann steuerlich und strukturell viele Vorteile bieten – allerdings nur, wenn sie auch tatsächlich als Genossenschaft gelebt wird.

In diesem Beitrag zeigen wir, warum der Fördergeschäftsbetrieb so wichtig ist, welche Risiken entstehen können, wenn er vernachlässigt wird, und wie sich die Förderverpflichtung vergleichsweise einfach umsetzen lässt.

Keinen Zettel und Stift parat?

Kein Grund zur Sorge. Nachfolgend finden Sie nochmal alle Kernaussagen übersichtlich und kompakt aufbereitet:

Warum der Fördergeschäftsbetrieb so wichtig ist

Wer eine Genossenschaft gründet, tut dies häufig mit einem konkreten wirtschaftlichen oder steuerlichen Ziel.

Vielleicht wurden Vermögenswerte eingebracht, Unternehmen über einen qualifizierten Anteilstausch unter die Genossenschaft gebracht oder Strukturen geschaffen, um beispielsweise Ertragsteuer oder Wegzugsbesteuerung zu vermeiden.

 

All diese Gestaltungen können jedoch gefährdet werden, wenn ein wesentlicher Punkt vernachlässigt wird:

Die Genossenschaft muss ihren Fördergeschäftsbetrieb tatsächlich aufrechterhalten.

Die Förderung der Mitglieder gehört zum Kern einer Genossenschaft. Es reicht deshalb nicht aus, die entsprechende Satzung zu besitzen und die Genossenschaft formal zu führen. Die darin vorgesehene Förderverpflichtung muss auch praktisch umgesetzt werden.

Welche Folgen drohen, wenn nicht gefördert wird?

Wird dauerhaft kein Fördergeschäftsbetrieb durchgeführt, kann dies zu Diskussionen mit dem Prüfungsverband oder sogar mit dem zuständigen Ministerium führen.

Im äußersten Fall kann festgestellt werden, dass die Voraussetzungen für eine Genossenschaft nicht mehr erfüllt sind.

Dies kann letztlich dazu führen, dass die Genossenschaft aus dem Genossenschaftsregister ausgetragen werden muss.

Solche Fälle sind zwar selten. Trotzdem wäre es unnötig, eine sorgfältig aufgebaute Struktur und die damit verbundenen Investitionen dadurch zu gefährden, dass der Fördergeschäftsbetrieb schlicht nicht umgesetzt wird.

Gerade deshalb sollte zum Jahresende noch einmal geprüft werden, ob die Mitglieder im laufenden Jahr tatsächlich gefördert wurden.

Wie lässt sich der Fördergeschäftsbetrieb einfach umsetzen?

Die gute Nachricht: Eine Mitgliederförderung muss nicht zwangsläufig kompliziert oder aufwendig sein.

Bei den von uns gegründeten Genossenschaften ist beispielsweise regelmäßig der gemeinschaftliche Wareneinkauf vorgesehen.

Darüber lassen sich verschiedene Fördermaßnahmen umsetzen.

Möglich sind beispielsweise:

  • der gemeinschaftliche Einkauf technischer Geräte,

  • das Angebot beziehungsweise der Einkauf von Urlaubsreisen,

  • die Nutzung von Fahrzeugen auf vertraglicher Grundlage,

  • die Übernahme bestimmter Versicherungskosten

  • oder die Übernahme von Energiekosten.

 

Damit kann ein tatsächlicher Fördergeschäftsbetrieb geschaffen werden, ohne dass hierfür ein unverhältnismäßig hoher organisatorischer Aufwand notwendig ist.

Wichtig ist allerdings, dass dabei die entsprechenden Regularien eingehalten werden – insbesondere die von uns als „magisches Quadrat“ bezeichneten Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Mitgliederförderung.

Wer diese berücksichtigt, kann die Förderung seiner Mitglieder vergleichsweise unkompliziert in den laufenden Betrieb integrieren.

Fazit

Eine Genossenschaft lebt nicht allein von ihrer Satzung oder den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten, die mit ihr verbunden sein können.

Entscheidend ist, dass auch der eigentliche genossenschaftliche Zweck erfüllt wird: die Förderung der Mitglieder.

Wer seinen Fördergeschäftsbetrieb dauerhaft vernachlässigt, riskiert im schlimmsten Fall die Grundlage seiner gesamten Genossenschaftsstruktur.

Dabei muss Mitgliederförderung keineswegs kompliziert sein. Gemeinschaftlicher Einkauf, Fahrzeugnutzung oder die Übernahme bestimmter Kosten können bereits geeignete Möglichkeiten darstellen.

Gerade zum Jahresende lohnt sich deshalb eine einfache Frage:

Heute schon gefördert?

Über den Autor

Entdecken Sie weitere Beträge

Welche Firmierung ist die beste

Genossenschaft, GmbH oder Stiftung: Alles sinnlos?

Immer wieder wird behauptet, bestimmte Gesellschafts- oder Vermögensstrukturen seien grundsätzlich ungeeignet oder überholt.
Doch so einfach ist es nicht. In diesem Beitrag zeigen wir, warum Genossenschaft, vermögensverwaltende GmbH, Stiftung oder privatnütziger Verein jeweils eigene Vor- und Nachteile haben – und weshalb die passende Struktur immer vom konkreten Fall abhängt.

Weiterlesen »
GenoHeld Logo schwarz weiß

Alle Rechtsdienstleistungen und Steuerberaterdienstleistungen werden von niedergelassenen Steuerberatern und niedergelassenen Rechtsanwälten erbracht.

Copyright © GenoHeld 2026

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie wöchentlich die neusten Informationen rund um das Thema Genossenschaft.

Wir verwenden Sendinblue als unsere Marketing-Plattform. Wenn Sie das Formular ausfüllen und absenden, bestätigen Sie, dass die von Ihnen angegebenen Informationen an Sendinblue zur Bearbeitung gemäß den Nutzungsbedingungen übertragen werden.